Monatsarchiv: Februar 2012

Wir brauchen beides…

Gott ist unser Freund. Jesus ist unser Partner. Wir sind quasi per Du. Man versteht sich. Meint man zumindest. Wir haben unsere Welt und unseren Glauben revolutioniert. Wir sind der Meinung, wir haben viel verstanden rund um den Glauben und worum es im Christ-sein geht – und das ist auch wirklich wichtig, richtig und gut. Doch manchmal kommt es mir so vor, dass wir Gott und Jesus mehr zu einer Art Freund und Kumpel gemacht haben. Klar, wir haben einen Gott der sich uns nähert und zu dem wir kommen dürfen, mit dem wir sprechen können und der real ist. Aber manchmal, so glaube ich, haben wir vergessen was es mit Gott auch sonst noch auf sich hat.

Gott ist mehr als ein Kumpel. Er ist der, der die Welt geschaffen hat, uns geschaffen und in genau diese Zeit gestellt hat. Er ist der, der lenkt und regiert. Jesus ist der, der uns gezeigt hat, wer Gott, unser Vater ist. Jesus ist uns nah, ganz nah, gekommen – aus Liebe. Wir dürfen und sollen mit ihm gehn – und doch auch im Blick behalten, das wir die Menschen und Er der Gott ist. Vielleicht stockt man jetzt etwas beim lesen. Diese Sätze meine ich auch gar nicht negativ. Ich schreibe Sie nur, weil ich glaube, dass wir das manchmal zu vergessen scheinen.

Nehmen wir doch mal an, Gott stände nicht über uns sondern auf unserer Stufe. Wäre er denn dann noch Gott? Wäre er dann nicht nur ein Mensch, vielleicht “nur” eine Führungskraft um es mit unseren Worten zu sagen? Schon oder?  Und ich weiß nicht, ob das so ein großer Vorteil wäre für uns – denn Menschen haben nicht alles im Griff, dafür müssen wir uns nur einmal umsehen und nur mal uns selbst ansehen. Wir haben`s nicht im Griff. Vielleicht können wir an dieser Stelle etwas von unseren katholischen Brüdern und Schwestern lernen. Vor nicht allzulanger Zeit habe ich wieder einmal in einem katholischen Gottesdienst gesessen. Man spürt sehr vielen Gottesdienstbesuchern und den Hauptamtlichen an Worten, Verhalten und Taten die tiefe Ehrfurcht vor Gott ab. Vielleicht etwas, was uns manchmal verloren gegangen ist. Ich höre und sehe schon fast, wie jetzt manche im lesen stocken und stutzig werden – aber ich meine es tatsächlich so ;-)

Aber natürlich ist es ein großer Gewinn (nicht nur der Reformation) gewesen, zu entdecken, dass Gott sich uns naht, nicht versteckt und Jesus uns seine Liebe in Worten und Taten gezeigt hat. Das hatten wir auch bitter nötig. Gott versteckt sich nicht, Gott kommt nicht nur zu besuch sondern ist da. Das ist Realität.

Was kann man jetzt also unterm Strich sagen, was ist das Ergebnis? Wir müssen beides im Blick behalten:

Gott kommt uns nah und zeigt uns seine Liebe. Jesus hat uns vor Augen gemalt, wie Gott ist. Aber Gott ist auch immer noch Gott und steht über allem- er ist mehr als nur ein Freund . Er ist der, der die Fäden in der Hand hat. Er hatte das erste Wort – und er wird das letzte Wort haben. Behalten wir Beides im Blick, um Gottes Größe und Macht zu entdecken und auch ganz persönlich in unserem Leben zu erfahren.

“Gütiger Gott, lass deine Gnade mächtig werden in unseren Herzen, damit wir imstande sind, Dich zu erkennen als den, der du wirklich bist”


Realitätsverlust ?

Wir sind oft krank,.. haben Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen, Krämpfe und, und, und. Ich möchte unsere Krankheiten die wie haben gar nicht klein reden, Kopfschmerzen können wirklich schrecklich sein. Wir können da auch nicht unbedingt dafür. Aber manchmal leiden wir an einer Krankheit, die wir uns uns nur zu oft selbst zuzuschreiben haben: Realitätsverlust.

Sehr vieles in unserem Leben dreht sich um die Frage der Realität, die Frage nach der Wahrheit. Wir wollen wissen was los ist und lassen uns nicht mit Halbwahrheiten abspeisen – uns fällt sofort auf, wenn etwas wohl “nicht ganz richtig” sein kann, man hat das im Gefühl oder merkt es sogar sofort.

Realitätsverlust, wenn man die Tatsachen aus den Augen verliert und sich Dinge verschieben, kann und wird wirklich schwere Folgen haben. Die Realität zu verdrängen ist tödlich. Muss ich hier Beispiele bringen? Okay…. Beispielsweise ein Unternehmen: Ihm geht es immer schlechter, die Zahlen gehen zurück und werden rot. Mann kann sich einreden “im Frühjahr wird das alles besser” oder man kann sich hinsetzen, die Lage analysieren und verbessern. Man muss  tatsächlich realistisch bleiben.

Und auch im Blick auf uns selbst ist es angesagt, realistisch zu bleiben. Wir müssen uns selbst mal einschätzen, und zwar so wie wir wirklich sind und wie die Lage ist. Wie steht`s um mich? Wie steht`s um Dich ? Halten wir uns für was jemand Besseren, verdrängen wir Fehler und Schwächen, stellen wir uns zur Schau? Wenn ich mich und meinen Alltag so ansehe muss ich schon zugeben: Da läuft nicht immer alles glatt. Oder doch? Ich bin doch schließlich wer,… und dann merke ich, so gings mir letzte Woche, ich bin jemand weil da jemand was auch mir gemacht hat und machen möchte. Hinter mir bzw über mir steht immer noch Gott – nicht ich bin an der Spitze. Und Er möchte, dass aus mir was wird – aber das ich auch genauso immer die Realität im Blick habe: Ihn.

Im Leben eines Christen kann man, ich würde wirklich schon fast soweit gehen, Realitätsverlust mit Gottesverlust gleichsetzen. Denn wenn wir die Wahrheit verlieren und Anderes in den Mittelpunkt setzen ist da nicht mehr Gott. Jesus hat selbst von sich gesagt:

“Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben,…” (Johannes 14:6)

Behalten wir das als Realität im Auge. Eine Realität die gut tut, uns im Blick hat, aufbaut und zu wirklicher Größe bringt. Sind wir realistisch im Bezug auf uns selbst und unser tun – das wir immer eine Perspektive haben. Und behalten wir immer und in jeder Lage und Situation die Realität im Blick, denn sonst wird sie uns auf einmal überrollen. Vertrauen wir auf einen realen Gott, der handelt.


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