Silas Hanisch's Web-Blog

Kelchentziehung

Letztens habe ich mir (Interesse halber) Gedanken über die kath. Eucharistie gemacht.

Dabei stieß ich auf den sog. „Laienkelch“ und die Kelchentziehung seit 1415.

Die Kommunion wurde bis ins 13 Jh. in den westlichen Kirchen unter Brot und Wein empfangen.

Aber mit der Zeit entwickelten sich Sonderlehren diesbezüglich. Thomas von Aqiun lobte zum Bsp. Die Klechentziehung, die in manchen Kirchen und zu bestimmten Anlässen durchgeführt wurde. Dies würde besondere Ehrfurcht und Vorsicht zeigen, da es sich ja nach ihrer Auffassung um das Blut Christi handelt.

Das Konstanzer Konzil 1415 beschloss dann endgültig die Kelchentziehung. Zuvor war die Volkommunion der meiste Fall und wurde fast nur so praktiziert, ggf. wurde die Hostie bei Kranken in den Kelch getaucht.

Auf dem Konzil 1415 wurde auch J. Huss (böhmischer Reformator) verbrannt. Er forderte, das die Eucharistie unter beiderlei Gestalt gefeiert werden sollte, und auch den „Laien“ Wein gegeben werden sollte. Für Huss kämpften die sog. Hussiten. J. Huss stellte weiterhin eine Gefahr für die sich gerade wieder vereinigte Kirche dar.

Weiter Gründe für die Kelchentziehung sind nach Auffassung heutiger Kirchenhistoriker evntuell auch sehr hohe Weinpreise. M. E. Ist dies aber ein sekundärer Grund. Primär war es eine Machtentscheidung der Kirche, wo der Priester höher gestellt ist als ein „Laie“, also eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“. Es wird ein Kult um die Eucharistie betrieben, welcher schwer mit der Bibel zu vereinbaren ist.

Und: warum wird heute noch in den meisten kath. Gemeinden die Eucharistie nur mit der Hostie und ohne Wein den normalen Gläubigen gegeben? Wein ist ja heutzutage doch erschwinglich ;-)

Ich denke, man sollte den Christ nichts vorenthalten – gerade auch beim Brotbrechen. Es sollte unter beiderlei Gestalt gefeiert werden: Brot und Wein. Dahinter lässt sich ein tiefer Sinn erkennen.

31. August 2008 Verfasst von silashanisch | Kirchengeschichte | , , , | Noch keine Kommentare